Familie Fuchs

(c) Stolpersteine Einbeck, Frank Bertram

Louis Fuchs (geboren 29. Februar 1884) zieht 1914 aus Pforzheim nach Einbeck. Nach seiner Heirat mit Minna Strauss am 26.10.1919 lebt er zunächst im Haus seines Schwagers Julius Stern, Bürgermeisterwall 6. Minna Fuchs und Fanny Stern sind Schwestern. Die beiden Kinder von Minna und Louis Fuchs, Gertraud (geboren 17. September 1920) und Fritz (geboren 14. April 1925), werden geboren. Im Juni 1914 kauft Louis Fuchs zusammen mit Eduard Lowey von Simon Krieger die Einbecker Peitschenfabrik Stern & Krieger am Altendorfer Tor 7, im April 1918 scheidet Lowey als Gesellschafter aus, Louis Fuchs wird Alleininhaber. Zwei Jahre später wird Eduard Lowey, der weiter als Prokurist bei der Firma mitgearbeitet hat, wieder Mitinhaber an der Firma, bis er 1932 endgültig ausscheidet. Erst 1932 zieht die Familie in das Haus Altendorfer Tor 7.

1936 erlischt die Einbecker Peitschenfabrik. Die Entscheidung, ins Ausland zu emigrieren, fällt bereits im Jahr 1935. Durch die zunehmenden Einschränkungen wirtschaftlicher und Angriffe verbaler Art, der sich Einbecker Juden durch ihre christlichen Mitbürger ausgesetzt sahen, entschieden sich die Familien Stern, Strauss und Fuchs, gemeinsam nach Brasilien auszuwandern. Die Familien Stern und Strauss emigrieren im Dezember 1935 gemeinsam mit der 15-jährigen Gertraud Fuchs. Für die Familien Stern/Strauß sind bereits im Februar 2016 vor Bürgermeisterwall 6 Stolpersteine verlegt worden. Louis und Minna Fuchs ziehen mit ihrem Sohn Fritz zunächst in die Pension Marcus nach Hamburg, da es Ausreiseschwierigkeiten wegen der so genannten Reichsfluchtsteuer gibt. Erst im Mai 1936 wird die Passsperre gegen Louis Fuchs aufgehoben. Im September 1936 gelingt der Familie dann ebenfalls die Ausreise nach Sao Paulo in Brasilien.

Nach dem Krieg klagt Louis Fuchs gegen den erzwungenen Verkauf des Hauses Altendorfer Tor 7. Der Ausgang dieser Klage ist nicht bekannt. Gertraud Fuchs lebt heute in einem Pflegeheim in Sao Paulo und ist die einzige Überlebende der Flüchtlinge aus Einbeck.

Altendorfer Tor 7.

Altendorfer Tor 7.

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